Liedertexte - Kirchenchor

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Projekte > Irish Night 2015


Bemerkungen zu den irischen Liedtexten
verfasst von Robert Ruprecht

Dirty Old Town
Liebesklage – 1: Der Sprecher findet seine Liebste in einer desolaten Welt (weinend beim Gaswerk, er küsst sie an einer Fabrikwand). Sie scheint ihm verloren gegangen zu sein. Darauf deuten die nur indirekt zusammenhängenden Impressionen. 2: Wolken, streunende Katzen, durch die Dunkelheit huschendes Mädchen; 3: Schiffsirene, Dampfzug, Frühlingsduft in der rauchigen Luft. Daher der Wunsch in der 4. Strophe, die alte Dreckstadt zu vernichten.


Molly Malone
Lebensklage – Auch ein anspielungsreiches Lied, sogar etwas schlüpfrig, ganz ‚irisch’ mit dem Hinweis, dass die süsse Molly jetzt durch die Stadt geistere (wohl in den Köpfen der nicht ganz nüchternen Verehrer). Anspielungen liegen in den Stichwörtern: Cocklets, Fish, broad and narrow, der Fiebertod). Das Lied scheint auf eine wirkliche Person zurück zu gehen. Es ist die inoffizielle Hymne der Stadt Dublin; die Statue der schönen Molly mit dem freizügigen Ausschnitt und ihrem Fischkarren ist eines der Wahrzeichen der Stadt. (Wikipedia)


The Fields of Attenry
Lebensklage – Der Erzähler hört ein Mädchen über die Gefangenschaft ihres Liebsten klagen, der zur Sicherung seiner und ihrer und des gemeinsamen Kindes Existenz Mais geraubt hat und nun als Sträfling nach Australien verfrachtet werden soll (Botany Bay). Der tapfere Ire, dessen Tat auch als Rebellion gegen die englische Vorherrschaft zu verstehen ist, macht ihr Mut und bittet sie, das Kind in Ehren aufwachsen zu lassen. In der dritten Strophe sieht sie das Gefangenenschiff wegsegeln.
(Poetischer Text!)


The Town I Loved So Well
Sehnsucht – Obwohl das Umfeld, in dem der Sprecher aufgewachsen ist, alles andere als liebenswürdig scheint, sehnt er sich doch nach der Stadt seiner Jugend (Londonderry) und nach der verlorenen Jugend. – 1: Er erinnert sich an die Fussballspiele neben dem Gaswerk, Rauch und Gestank konnten die Freude nicht trüben, so wenig wie Dunkelheit und Regen auf dem Heimweg vorbei am Gefängnis. 2: Er erinnert sich an die Frauen, die in der Hemdenfabrik arbeiteten, während die arbeitslosen Männer Frauenarbeit leisteten, ihre Hunde abrichteten und auch in knappen Zeiten nicht klagten. 3: Er erinnert sich an die Musik als allgemein verständlicher „Sprache“ und seinen ersten bezahlten Auftritt in einer Band. Das hat er alles hinter sich, er hat Wahrheiten des Lebens erfahren und eine Frau geheiratet in the town, I loved so well.
Schön der Gegensatz zwischen einer Welt, in der manches nicht stimmt, und einer Jugend, die trotzdem blüht.


Will You Go, Lassie, Go
Ungewissheit – Der Sprecher träumt von einer idyllischen Umgebung, in die er sich mit seiner Liebsten zurückziehen möchte, er ist ihrer nicht sicher, weiss aber nicht, ob er nach ihrem Weggang nicht doch leben kann.


The Rising of the Sun
Geheimnisvoll ist das Lied vom Hahn und der Henne, die Irland durchwandern und mit dem Sonnenaufgang nach Galway gekommen sind (das im Westen der Insel liegt). Dabei erlebten sie Niederlagen und Erfolge und fanden endlich den Tod. Auf seinem Grundgesang wird solistisch eine Geschichte erzählt, deren (wohl politische) Bedeutung nur von Insidern wirklich entschlüsselt werden kann.


I’ll Tell Me Ma
Liebesfreude – Eifersucht. Die „Belle of Dublin City“ ist ein munteres, umworbenes Mädchen, das sich gerne zausen lässt und ihren Albert wohl bekommen wird, wenn sie genug mit anderen geflirtet hat. Murphy ist wohl der Hauptrivale Alberts, das lässt sich aber nicht sicher sagen – er könnte auch Alberts Freund sein. – Grosse Nähe von Text und Musik.
(recht frivol)


Mairi’s Wedding
Lebensfreude – Die ausgelassene Freude über Mairie’s Hochzeit deutet wohl darauf hin, dass die Freunde des Bräutigams ihren Anteil an ihr auch bekommen haben und sich jetzt darüber freuen, dass sie noch einmal davon gekommen sind. – Auf jeden Fall ist es nicht ein einfaches Hochzeitslied etwa entsprechend dem Geburtstagsgesang „Happy Birthday“.
Übrigens: Die Aussprache Mairie scheint mir übertrieben, es müsste wohl Mairi gesungen werden, sicher aber nicht Mary (Meri)


Mull of Kintyre
Heimweh – Der Sänger, offenbar ein Matrose ist durch die ganze Welt gefahren und konnte seine Heimat nie vergessen, im Gegenteil, sie wird ihm immer bedeutender.
Erinnert von ferne an "Zu Strassburg auf der Schanz".


Danny Boy
Liebesklage – 1: Am Ende eines idyllischen Sommers wird Danny von den Pfeifen gerufen (er muss einrücken). Die Sprecherin hofft auf seine (ungewisse) Rückkehr, sei das im kommenden Sommer oder einst in einem Winter. Sie wird da sein wann immer er kommt. 2: Kommt er aber, wenn die Blumen sterben und sie selber auch schon gestorben ist, soll Danny zu ihrem Grab kommen und für sie beten. Sie wird seinen sanften Tritt spüren, sein Liebesbekenntnis hören und in Frieden darauf warten, dass er zu ihr kommt (stirbt).
Sehr innig. Etwas zwischen Simelibärg und Im Aargau si zwöi Liebi. – Sehr poetisch.


God be in my Head
Segenswunsch – bezogen auf den Sprecher selber.
Auf eine schöne Art fromm.


May the road rise
Irischer Segenswunsch … ein schönes Bild für die Hand Gottes, die schützt und hält.


Down by the Sally Gardens
Liebesklage – Der Sprecher beklagt seine Dummheit, darüber, dass er das Leben an sich vorbeiziehen liess, ohne es zu ergreifen. 1: Die Geliebte geht neben ihm an den Sally-Gärten vorbei und mahnt ihn, die Liebe als etwas Leichtes, Natürliches zu nehmen. Er aber war zu jung und unerfahren, um ihr zu glauben. 2: Die Geliebte steht mit ihm auf einem Feld am Fluss und mahnt ihn, das Leben leicht zu nehmen. Er aber war zu jung und unerfahren, nun steht er tränenvoll da. (Sehr poetischer Text)
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